Mittwoch, 29. Oktober 2014

Embedden (Framing) erlaubt

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat eine bahnbrechende Entscheidung getroffen, wie Björn Greif ZDNet am 24. Oktober schreibt (siehe EuGH: Einbetten von Youtube-Videos stellt keine Urheberrechtsverletzung dar).

Am 21. Oktober wurde in einem Grundsatzurteil entschieden, dass das Einbetten fremder Materialien auf der eigenen Webseite mittels Framing kein Verstoß gegen das Urheberrecht und somit erlaubt ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob die eingebetteten Materialien dem Urheberrecht unterliegen oder nicht, wichtig ist nur die Tatsache, dass sie auf einer Internetseite zur Verfügung gestellt werden, die öffentlich zugänglich ist. Somit werde durch das Einbetten auf der eigenen Webseite kein neues Publikum erschlossen. Wie der Artikel weiter ausführt, sind damit alle (Multi-)Mediainhalte betroffen, die im Internet vorhanden sind, eine Lizenz ist zum Einbetten nicht nötig. Welche Auswirkungen sich aus dieser Entscheidung ergeben, ist noch nicht klar bzw. ist die Tragweite noch nicht einschätzbar. Man darf nun also alle Inhalte auf Webseiten, Blogs und in Präsentationen einbinden, solange man Framing betreibt, also einbettet und nicht herunter- und wieder hochlädt. Das bedeutet, dass man – wie beispielsweise auf Bloganbietern wie Blogger – Videos nicht mehr via Link zur Verfügung stellen muss, sondern die Media-Funktion auswählen kann, die das Video aus YouTube direkt einbettet und damit auch mittels Vorschaubild anklickbar macht. 

Somit ist wohl auch die Frage nach der Thumbnail-Ansicht in sozialen Netzwerken obsolet geworden (siehe dazu beispielsweise den Beitrag Vorschaubilder beim Teilen von Inhalten in Social Media – Praxistipps zur Minderung des Abmahnrisikos oder Vorschaubilder, Facebook und Abmahnungen – Der Social Media Fahrplan auf Minikama).

Nichtsdestotrotz sollte auch weiterhin auf die Verwendung von OER (Open Educational Resources) geachtet werden. "Urheberrechtsverletzungsbefreiung" hin oder her: Wenn ich meine Materialien selbst erstelle, dann verwende ich Creative Commons lizenzierte Ressourcen dafür und stelle die Materialien auch selbst unter Creative Commons. Dann dürfen sie bedenkenlos von anderen weiterverwendet und bearbeitet werden. Dann stellt sich die Frage der Verletzung oder Rechtsmäßigkeit gar nicht mehr.

Montag, 13. Oktober 2014

Nachlese zum Webinar "Netzlernen und Soziale Medien: Zwei MOOCs zum Thema"

Am Donnerstag durfte ich ein Webinar zum Thema „Netzlernen und Soziale Medien: Zwei MOOCs zum Thema“ halten und dabei zwei MOOCs auf der seit März 2014 laufenden österreichischen MOOC-Plattform iMooX (www.imoox.at) vorstellen. Es handelt sich um die Kurse Lernen im Netz: Vom Möglichen und Machbaren sowie Soziale Medien & Schule: Für wen, wieso, wozu?, die beide jetzt im Oktober gestartet sind.

Bei „Lernen im Netz“ beschäftigen wir uns mit allem, was im Zusammenhang von Lernen und Internet steht, also mit Lerntheorien ebenso wie mit Urheberrecht, mit Mobile Learning genauso wie mit Open Educational Resources (OER). Der Kurs richtet sich somit auch ganz allgemein an alle, die sich für das Thema Lernen und Internet interessieren.

Der zweite Kurs hingegen, richtet sich, wie auch der Titel schon verrät, primär an Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen, aber eigentlich auch wieder an alle, die sich auf sozialen Netzwerken herumtummeln. Im Kurs werden Gefahren und Potentiale von Social Media-Anwendungen ebenso thematisiert wie die Kostenfrage oder mögliche Einsatzszenarien im Lernprozess.


Wie’s bei Webinaren so üblich ist, wurden in der anschließenden Diskussion noch viel mehr Themen gestreift. Und ich möchte ein paar Links nachliefern.


Und weil die Webinare, die Jürgen Wagner anbietet, wirklich eine Bereicherung sind (für unterschiedliche Zielgruppen), hier auch eine Übersicht über kommende Webinare: https://dl.dropboxusercontent.com/u/8905964/Breeze/Fobis_2014.pdf

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Zuerst denken, dann posten

Das Posten in Sozialen Medien, das Teilen von Inhalten und Statusmeldungen, das Hochladen von Bildern und Videos oder das Liken unterschiedlicher Inhalte von Freundinnen und Freunden geht recht schnell von der Hand. Und manchmal, da fragt man sich bei so einigen Postings, ob die Urheber/innen denn auch wirklich nachgedacht haben vor dem Senden. Es gibt Fotos, die sollte die Community vielleicht nicht sehen. Es gibt Inhalte, die interessieren wahrscheinlich (nur ganz) wenige. Es gibt Momentaufnahmen, die sollen auch solche bleiben und nicht für die Ewigkeit im Web herumschwirren. Doch was tun? Was sollte man beim Posten denn so beachten.

Mir gefällt das Video Think before you post in diesem Zusammenhang sehr gut. Was ich im realen Leben außerhalb eines sozialen Netzwerks nicht von mir verbreitet wissen will, sollte ich auch in sozialen Netzwerken nicht teilen. In die gleiche Richtung geht der Beitrag Think Before You Post: Five Social Media Virtues, der uns daran erinnert, nicht im Affekt zu posten. Was einmal geschrieben  steht, lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Außerdem ist mit Sarkasmus und Ironie aufzupassen. Der Leser/ die Leserin dechiffriert das Geschriebene nicht immer im Sinne der Intentio auctoris. Wenn ich also verstanden werden will, solle ich möglichst klar und deutlich bleiben und Sarkasmus und Ironie als solche kennzeichnen.

Und da gibt es auch noch die THINK-Formel, die als Akronym die fünf elementaren Fragen stellt, die man sich vor dem Posten noch einmal in Erinnerung rufen sollte: Is it True? Is it Helpful? Is it Inspiring? Is it Necessary? und Is it Kind? Schließlich sollten auch beim Posten und Teilen gewisse Regeln, die sogenannte Netiquette, eingehalten werden.

Weitere hilfreiche Tipps und Informationen finden sich auf der Seite 10 Things to Think About Before You Post von The Daring Librarian.