Montag, 16. Februar 2015

Er ist da: Horizon Report 2015 (Higher Education Edition)

Jedes Jahr wird er von vielen beinahe sehnsüchtig erwartet: der Horizon Report. Die englische Version der Higher Education Edition für 2015 wurde nun veröffentlicht. Und wie so oft habe ich mir beim ersten Durchsehen gedacht: Die Trends und Entwicklungen kommen mir aber schon irgendwie bekannt vor. Nicht, dass ich Hellseherin bin, aber die eine oder andere Vorhersage war auch in den letzten Jahren schon zu finden. Klar: Was im langfristigen Horizont war, wird mittelfristig, das Mittelfristige wird kurzfristig. Aber so richtig überprüft habe ich diese Entwicklung nie.

Das hat nun Stephen Downes gemacht. Er hat sich die Reports 2010 bis 2015 angesehen und dabei überprüft, welche Vorhersagen wie (nicht) eingetreten sind. Und seine Ergebnisse sind irgendwo zwischen "spannend" und "ernüchternd" anzusiedeln. Als Beispiel ist zum Beispiel zu nennen, dass dieses Jahr als kurzfristiger Trend Bring Your Own Device (BYOD) genannt wird (nachdem Jahre lang Mobile Learning oder Tablet Computing genannt wurden), dass das Game-Based-Learning (GBL) aber hinaus gefallen ist.

Stephen Downes stellt in diesem Zusammenhang - quasi als Fazit - die Methode des New Media Consortium in Frage. Soweit möchte ich nicht gehen, für mich zeigt sich aber deutlich, dass es sich hierbei um Prognosen handelt, die eintreten können oder eben auch nicht. Es ist und bleibt schwierig, die Zukunft vorauszusehen und vor allem auch vorauszusagen. Und manchmal erfüllen sich Prognosen auch einfach deshalb nicht, weil die zugrunde liegenden Technologien scheitern, wie Google Glass gezeigt hat. Das heißt aber nicht, dass die Prognose falsch war. Vielleicht war sie auch einfach nur zu optimistisch. Als Trendbarometer ist das Horizon Report, der eben unterschiedliche Zeithorizonte beschreibt,  jedenfalls auch weiterhin eine Lektüre wert.

Montag, 9. Februar 2015

Zuhause die Welt entdecken

Neue Medien lassen uns unabhängig von Zeit und Ort lernen - und auch fernab von Zeit und Ort, wie es aussieht. Google Earth Pro steht mittlerweile allen kostenlos zur Verfügung. Und damit können sich alle in ferne Gefilde aufmachen, ohne auch nur den Lese-Sessel oder den Schreibtisch zu verlassen. Historische Gebäude lassen sich nicht nur von allen Seiten betrachten, man kann auch selbst neue Gebäude einplanen und sich ansehen, wie sie sich in der Umgebung so machen. Für den Sprachunterricht ist das genauso spannend, wie für Kunst- oder Designfächer oder aber auch Geographie oder Geschichte. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und vor allem können die Lerner/innen selbst etwas gestalten.

Einziger Wermutstropfen: Man muss sich bei Google für diesen Dienst registrieren, um den Product Key generieren zu können.

Sonntag, 8. Februar 2015

Word Clouds und die Liebe

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein absoluter Fan von Word Clouds bin. Ich setze sie in allen Bereichen ein, in der Lehre ebenso wie im Privatleben. Und ich freue mich auch immer, wenn ich neue Ideen dafür bekomme, wie ich Clouds einsetzen kann. Zahlreiche Anregungen liefert zum Beispiel Joe Lamantia mit seinem Beitrag Text Clouds: A New Form of Tag Cloud? oder seinen Text Clouds of the Democratic Debate. Dabei werden nicht nur häufig verwendete Wörter einfach größer geschrieben und seltene kleiner, wie es für Word oder Text Clouds typisch ist, sondern dadurch auch jene Wortfelder augenscheinlich, die in politischen Reden z.B. hauptsächlich verwendet werden.

Was ich aber als neue Anregung mitnehme, ist eine Idee, die die Süddeutsche Zeitung im Artikel Zeichen der Liebe beschreibt. Darin wird die Entwicklung der SMS-Kommunikation im Laufe einer Beziehung dargestellt. Was also schreiben sich frisch Verliebte im Gegensatz zu jenen, die sich in einer längeren Beziehung oder in der Ehe befinden? Darüber lässt sich wirklich schmunzeln, denn man entdeckt doch so einiges, was man selbst auch schreibt. Und so schwirrt mir im Kopf, meine Tweets in eine Wolke zu packen oder meine SMS vielleicht oder auch die Postings im Blog? Vielleicht lässt sich das auch mit WhatsApp-Nachrichten machen und dabei zeigen, welche Abkürzungen in einer Sprache gerade besonders trendy sind und welch unterschiedliche Schreibweisen ein und dasselbe meinen. Der Kreativität sind dabei mal wieder keine Grenzen gesetzt.

Freitag, 6. Februar 2015

Doppeltes "Open": Open Professional Education Network (OPEN) & #COER auf #iMooX

Als Lehrende und auch privat bin ich immer wieder auf der Suche nach Webseiten und Repositories, auf denen man Materialien findet, die unter einer Creative Commons-Lizenz, oder besser noch unter Public Domain stehen. Diese erleichtern das Gestalten von Arbeitsblättern, Präsentationen und auch Beiträgen in sozialen Netzwerken ungemein. Sie sind urheberrechtlich unbedenklich verwendbar und somit v.a. für die Lehre einsetzbar. Mein neuestes Fundstück ist die Seite des Open Professional Education Network, dessen Akronym OPEN schon alleine sehr vielversprechend ist.

Das dahintersteckende Projekt ist durch die Bill & Melinda Gates Foundation gefördert und liefert nicht nur interessante Informationen zu Creative Commons (FAQ), sondern auch eine Subseite Find OER, auf der nicht nur Quellen aufgelistet sind, sondern bei einigen Seiten auch beschrieben wird, wie man wirklich nach OER, also nach Materialien mit CC-Lizenz sucht. Und ein paar Repositories scheinen wirklich spannend zu sein. Am Wochenende gibt es also genug zu durchforsten :-)

Und übrigens: Am 11. Mai 2015 startet auf iMooX der Online-Kurs zu Open Educational Resources (COER), eine Neuauflage des COER13. Ich kann den Kurs nur wärmstens empfehlen. Die Materialien im COER13 waren allesamt hervorragend, das Engagement der Kursleiter/innen ebenfalls. Ich freue mich schon sehr auf den Start und habe mich auch schon eingeschrieben in den Kurs :-)