Montag, 10. April 2017

Gastbeitrag Sandra Heibl: 10 Strategien zu Informationsmanagement und Erkennen von Fake News

In der heutigen Zeit stehen uns Unmengen an Informationen zu Verfügung und tagtäglich werden sie mehr. Nicht nur mit dieser Menge umzugehen ist eine Herausforderung für uns, sondern auch richtige von falschen Informationen zu trennen. Fake News oder Hoax sind unwahre Nachrichten, die sich als echte tarnen. Um mit dieser Nachrichtenflut besser umgehen zu können und um Falschnachrichten entlarven zu können, habe ich hier 10 hilfreiche Strategien gesammelt.

Für weitere und ausführlichere Informationen dazu sind mimikama.at und die Broschüre „Wahr oder falsch: Hoaxes, bearbeitete Bilder und Fake News“ der ISPA (Internet Service Providers Austria – Verband der österreichischen Internet Anbieter), veröffentlicht am 7.2.2017, sehr zu empfehlen.

Strategie 1: Sich entscheiden

Da es nicht möglich ist, alles zu lesen oder zu wissen, müssen wir uns entscheiden und Informationen aussortieren. Man sollte sich daher folgende Fragen stellen:
  • Was sind meine Interessen?
  • Was will ich wissen oder lernen?
  • In welchen Themen reicht mir ein Überblick?
  • In welchen Themen möchte ich genauer beschied wissen?
Auch das WIFI Unternehmerservice der WKO hat eine hilfreiche Broschüre mit vielen Tipps zum Thema „Wissensmanagement für KMU“ herausgegeben.

Strategie 2: Maßnahmen setzen

Egal ob unaufgefordert erhalten oder selbst gesucht; Informationen und Nachrichten prasseln täglich von allen Seiten auf uns ein. Daher müssen wir unsere Informationsquellen ab- oder ausbauen und uns überlegen, wie wir diese organisieren. Auch Barbara Geyer-Hayden (@barbarageha) hat auf ihrem Blog nützliche Tipps dazu. Einige davon möchte ich natürlich auch hier erwähnen.

Hier ein paar Anregungen:
  • E-Mail Management: E-Mails filtern (von B. Geyer-Hayden), unnötige Newsletter abbestellen oder auf die Blacklist setzen
  • Zeitbegrenzung: sich einen fixen Zeitrahmen vornehmen, in dem man Nachrichten aufarbeitet
  • gezieltes Lesen: sich bei unwichtigen Nachrichten nicht mit Details verlieren
  • Veraltetes aussortieren: Artikel, die man aufgehoben hat oder Links, die man zum späteren Lesen gesammelt hat, reduzieren oder zusammenfassen
  • Filter in sozialen Netzwerken verwenden: Freunde oder Seiten, von denen man Informationen erhalten will, in eigene Listen einordnen (von B. Geyer-Hayden) oder Favoriten festlegen
  • Personalisierte online Magazine verwenden: in diesen Magazinen können Artikel und Beiträge aus Blogs, sozialen Netzwerken, Newsseiten oder sogar Apps zusammengefasst angezeigt werden. Einige Beispiele: Flipboard, Scoop.it!, Netvibes. Um eine große Anzahl an Webseiten/ Blogs etc. zu betrachten, eignen sich RSS Feeds sehr gut (von B. Geyer-Hayden)

Strategie 3: Skeptisch sein

Hat man nun endlich die Flut an Informationen organisiert, gilt es nicht auf Falschmeldungen hereinzufallen. Das erste Hilfsmittel dagegen ist Skepsis. Man sollte Inhalte, die einem merkwürdig vorkommen, immer hinterfragen. Natürlich muss man nicht immer jedes Detail prüfen, aber grundsätzlich sollte man sich fragen, ob man einer Information traut oder nicht. Vor allem sollte man sich diese Frage stellen, bevor man einen Betrag teilt. SWR3.online empfiehlt, bei besonders bedenklichen Beiträgen sogar die Polizei zu verständigen.

Strategie 4: Quelle prüfen

Ist bei Meldungen oder Berichten keine oder nur eine unseriöse Quelle zu finden, z. B. Aussage eines ‚anonymen Mitarbeiters‘, so kann dies laut den ISPA ein Hinweis auf Fake News sein. Zusätzlich ist es zu beachten, auf welcher Seite man sich bewegt. Die Inhalte in einem Blog basieren stärker auf Meinungen als auf einer Presseseite.

Strategie 5: Text analysieren

Zufolge den ISPA kann auch der Nachrichtentext an sich einige Hinweise geben. In Fake News werden oft übertriebene, einseitige Darstellungen verwendet, die auch nicht ausreichend erklärt werden und meist vollkommen aus dem Kontext gerissen sind. Schlagwörter wie ‚Skandal‘, ‚Warnung‘ oder ‚Sensation‘ werden oft verwendet. Auch ungenaue Zeitangaben wie ‚gestern‘ oder ‚letzten Freitag‘ können ein Anzeichen sein. Die Darstellungen sind oft sehr kurz und beinhalten hauptsächlich Meinungen. Häufig werden auch bekannte Personen oder Organisationen genannt, die den Text glaubwürdig erscheinen lassen sollen. Auch Schreibfehler, nicht funktionierende Links oder Werbung mitten im Text können auf Fake News hinweisen.

Strategie 6: Der Verfasser

Die ISPA stellen fest, dass unterschiedliche Verfasser unterschiedlich glaubwürdig sind. Einer Behörde wird meist mehr Glaubwürdigkeit geschenkt als einer Privatperson. Im Impressum kann man Angaben zum Verfasser finden. Ist kein Impressum vorhanden oder sind die Angaben zum Verfasser oder dessen Adresse anonym oder nicht nachvollziehbar, so sollten laut Andre Wolf, Mitarbeiter des Vereins Mimikama, die Beiträge der Webseite oder des Blogs infrage gestellt werden. Unter www.whois.net kann man den Inhaber einer Webseite herausfinden.

Strategie 7: Gegencheck Texte

Eine weitere Möglichkeit zu Überprüfung einer Meldung, empfohlen von Andre Wolf und den ISPA, ist sie mit anderen Medienseiten abzugleichen (Google Suche News). Wenn mehrere Journalisten zum selben Inhalt Artikel verfasst haben, so wird die Glaubwürdigkeit größer. Gibt es jedoch immer wieder nur dieselbe Meldung, oft sogar im selben Wortlaut, so kann dies auf eine Falschmeldung hindeuten.

Strategie 8: Gegencheck Bilder

Sowohl Andre Wolf, die ISPA als auch bei SWR3.online wird bestätigt, dass auch Bilder auf diese Weise überprüfen werden können. Bilder zu bearbeiten ist heutzutage sehr einfach und somit können schnell Falschmeldungen kreiert werden. Auch wenn ein Bild nicht zum Text, ein Text nicht zum Bild passt oder das Bild oder Text gar nicht mehr aktuell zu sein scheint, so sollte dies überprüft werden.
  • Tool zur Abfrage von Bildmetadaten (Aufnahmeort, Zeit etc.): Exfidata

Strategie 9: Gegencheck Videos

YouTube Videos können ebenfalls Falschmeldungen enthalten. Um diese zu überprüfen, können laut SWR3.online die hinterlegten Vorschaubilder analysiert werden, um herauszufinden, ob diese bereits an anderer Stelle verwendet wurden.

Strategie 10: Gegencheck Social Media

Auch in den Social Media wie Facebook oder auf WhatsApp werden regelmäßig Falschmeldungen verbreitet. Aber auch diese können meist mit Gegenchecks z. B. über Google Suche überprüft werden.

Wurden Meldungen bereits als Falschmeldung deklariert, so kann man sie auch hier suchen: <
Für weitere Fragen oder zur Meldung von Falschmeldungen kann man sich per Kontaktformular an Mimikama wenden.


10 Strategien zu Informationsmanagement und Erkennen von Fake News von Sandra Heibl ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

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